Lymphödem

Das Lymphödem ist eine Schwellung, die durch übermäßige Ansammlung von Gewebeflüssigkeit und Zellen (Lymphe) im Gewebe entsteht. Im Normalfall wird die Lymphflüssigkeit über spezielle Lymphgefäße abtransportiert. Bei Patienten mit einem Lymphödem ist dieser Abtransport gestört, die Lymphflüssigkeit befindet sich nicht in den Lymphbahnen oder Lymphknoten, sondern sammelt sich im umliegenden Gewebe, ähnlich wie bei einem vollgesogenen Schwamm. Deshalb klagen Patienten über eine Schwellung und ein Druckgefühl, manchmal aber auch über Schmerzen, reduzierte Beweglichkeit und Probleme bei der Körperhygiene.

Es existieren zwei Formen des Lymphödems: Das primäre und das sekundäre Lymphödem: 

Das primäre Lymphödem ist die seltenere Variante, an der circa 30 Prozent der Patienten erkranken. Bei dieser Form werden die Betroffenen mit reduzierten oder defekten Lymphgefäßen geboren. Die ersten Symptome erscheinen in der Regel in der Pubertät, Schwangerschaft oder nach einem Infekt, wie zum Beispiel einem Insektenstich oder einer Verletzung an den Extremitäten. Meistens sind weibliche Personen (80 Prozent) betroffen. Die genaue Ursache ist unklar, allerdings zeigt sich in einigen Fällen eine familiäre Vorbelastung.

Beim häufiger auftretenden sekundären Lymphödem, an dem circa 70 Prozent der Betroffenen leiden, sind die Lymphgefäße verletzt. Sekundäre Lymphödeme treten am häufigsten in den Armen auf, gefolgt von den Beinen und in selteneren Fällen im Kopf- und Genitalbereich. Eine genetische Veranlagung besteht nicht.

Behandelt wird das Lymphödem mit einer zweiteiligen Therapie, die aus einem konservativen und/oder einem chirurgischen Teil besteht. Das Therapiekonzept des Wesselinger Dreifaltigkeits-Krankenhauses hat den Anspruch, dem Patienten die bestmögliche Therapie anzubieten. So besteht unser Therapieplan nicht nur aus dem chirurgischen Teil, sondern aus einem Gesamtpaket. Im Mittelpunkt steht der Patient. Die Therapie wird dann abhängig vom Beschwerdebild individuell geplant.