Tumorchirurgie im Mund-Kiefer-Gesichtsbereich

Tumoren im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich sind nicht selten. So finden sich europaweit drei bis fünf Prozent aller bösartigen Tumoren in der Mundhöhle. Mit 95 Prozent tritt hierbei ein Krebs der Zunge oder der Mundhöhle (PEC) am häufigsten auf. Noch häufiger sind bösartige Tumore der Gesichtshaut. Tumore in der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) stellen auch bei gutartigem Charakter aufgrund der Nähe zum mimischen Gesichtsnerv (Nervus facialis) bei der operativen Entfernung eine große Herausforderung dar.

Operation

Als Therapie kommt meist nur eine Operation in Betracht. Während die operative Entfernung eines Tumors die höchsten Erfolgsaussichten auf eine dauerhafte Heilung zeigt, sind die konservativen Maßnahmen durch Bestrahlung und/oder Chemotherapie entweder bei nicht-operablen Fällen, ablehnender Haltung gegenüber der OP oder sogar zusätzlich zur Operation in unserem Tumorzentrum möglich. Im Rahmen der Operation werden neben dem Tumor oft auch die dazugehörigen Lymphknoten im Hals- oder Wangenbereich entfernt, wenn eine Streuung über die Lymphbahnen wahrscheinlich ist.

Zusätzliche operative Maßnahmen bestehen in der Rekonstruktion von Defekten, die durch die Tumorentfernung notwendig wird. So werden verschiedene Arten von köpereigenen Gewebeverlagerungen (Transplantaten) herangezogen, um die Defekte funktionell zu verschließen und ästhetisch bestmöglich zu behandeln.

Üblicherweise werden derartige Defekte frühestens nach sechs Monaten rekonstruiert. Dies bedeutet für die betroffenen Patienten oft eine schwere Zeit. Durch unser Team aus Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgen und plastischen Chirurgen ist eine Tumorbehandlung mit gleichzeitiger Rekonstruktion möglich. Zu unseren Spezialgebieten gehört die Rekonstruktion mit körpereigenen Gewebstransplantaten, deren Gefäße unter dem Mikroskop neu angeschlossen werden.